Zeitfenster
Theresia von Prince

Zeitfenster: Berlin, Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche

Zeitfenster: Frankfurt am Main, Große Gallusstraße

Zeitfenster: Hamburg, Speicherstadt Neuerwegsbrücke

Das Zeitfenster wird im Rahmen eines Stadtspaziergangs eingesetzt. Die Anregung dafür ist von der Promenadologie abgeleitet, deren Ziel es ist, während eines Spaziergangs die Umwelt konzentriert wahrzunehmen und das bloße Sehen in ein Erkennen umzuwandeln. Der Spaziergang wird hierdurch zum Instrument für eine bewusstere oder schärfere Wahrnehmung.

Ich gebe dem Spaziergang mit dem Zeitfenster noch ein weiteres Werkzeug hinzu, mit dem das Augenmerk der Wahrnehmung auf konkrete Bauten in der Stadtumgebung gelenkt werden soll. Jeder Teilnehmer erhält eine kleine Mappe mit Karten, Fotos und Zeitfenstern. In einer Stadtkarte ist die Spaziergangsroute mit einer gestrichelten Linie markiert. Die Orte, an denen ein Zeitfenster eingesetzt werden kann, sind mit einem Kreuz markiert. Diese Orte werden auf einer vergrößerten Karte noch einmal detaillierter dargestellt, damit der Spaziergänger, ähnlich wie mit einer Schatzkarte auf der Suche nach einem Schatz, den genauen Standpunkt und die erwünschte Blickrichtung ermitteln kann. Hat man den Standpunkt gefunden, kann der „Schatz“ dann entdeckt werden, wenn man das entsprechende Zeitfenster mit ausgestrecktem Arm vor sich hält und durch den Rahmen auf das heutige Stadtbild schaut.
Im Rahmen befindet sich, auf einer transparenten Folie, eine Strichzeichnung der ehemaligen Stadterscheinung – so können Spaziergänger geschichtete Zeit sehen und erkennen, wie sich das Stadtbild gewandelt hat.

Grafiken:
Theresia von Prince