Die erste Frühjahrsschule „Schreiben über Architektur“ führte Studierende aus dem gesamten Bundesgebiet und Österreich an die BTU
 

„Die Sprache ist ein vollkommen unzureichendes Medium, um sich der Architektur zu nähern – so tönt es aus vielen Ecken des Fachbereichs Architektur meiner Heimatuniversität. Über dieser Wahrheit wird dann allzu oft vergessen, dass Worte und sprachliche Bilder ein legitimes Hilfsmittel sind, sich und anderen sowohl die Optik als auch die Haptik eines Bauwerks zu vergegenwärtigen.
Umso erfreulicher war es zu erfahren, dass die Technische Universität in Cottbus dieser schönen Nebensache, dem Schreiben über Architektur, einen ganzen Workshop widmet.“

Mit diesen Worten beginnt eine Teilnehmerin an der ersten Frühjahrsschule „Schreiben über Architektur“ ihren Bericht über die Veranstaltung, die im Zeitraum vom 01. bis zum 08. März an der BTU stattfand. Organisiert vom Masterstudiengang Architekturvermittlung, führte dieser Intensiv-Workshop zwanzig TeilnehmerInnen von zehn verschiedenen Hochschulen aus dem gesamten Bundesgebiet und Österreich zusammen, die vorab aus einem Feld von über fünfzig BewerberInnen ausgewählt worden waren. Mit Benedikt Hotze, dem Redaktionsleiter von baunetz.de, Deutschlands wichtigstem Architekturportal, und Claudia Schwartz, Feuilletonredakteurin der Neuen Zürcher Zeitung, konnten zwei hochkarätige Experten gewonnen werden, die den TeilnehmerInnen fundierte Einblicke in die Aufgaben und das Handwerk von Architekturjournalisten und –kritikern gaben. Nach sieben arbeitsreichen Tagen bekamen die TeilnehmerInnen noch eine Hausaufgabe mit auf den Weg: Einen subjektiv getönten, kritischen Bericht über die Veranstaltung zu verfassen. Hier noch einige Auszüge aus diesen Texten:

„Samstagnachmittag. Treffpunkt Motel One, Berlin. Zwanzig gespannte Architekturstudenten kommen zusammen. Hamburg, Köln, Berlin, Potsdam, Stuttgart, Cottbus, Darmstadt und Graz. Eine bunte Mischung, die sich nun für eine Woche intensiv mit Architekturkritik beschäftigen darf. Prof. Benedict Tonon, der das Hotel mit Parkhaus und Gewerbepassage hier geplant hat, führt uns durch das Gebäude. Neben seinem Architekturkonzept erläutert er auch seine Architekturtheorie und die städtebauliche Situation ausführlich. Grundlage genug, um die erste Aufgabe voller Schreibwut zu beginnen. Doch zuerst wird die Reise nach Cottbus in Angriff genommen.“

„Wo fand die Frühjahrsschule noch gleich statt? Es wurde so intensiv gearbeitet, dass es für die Angereisten fast die ganze Woche nur zwischen der Jugendherberge und dem Uni-Campus hin- und herging. Dazwischen blieb kaum Zeit, sich mit etwas anderem als dem Schreiben und Lesen zu beschäftigen. Trotz dem gemeinsamen abendlichen Ausgehen konnte nur wenig von Cottbus gesehen werden. Riklef Rambow verhinderte aber durch eine Stadtführung kurz vor Schluss, dass die Studenten so ortsunkundig abreisten, wie sie angekommen waren. Das rundete die Frühjahrsschule ab, die durchweg als Erfolg bei den Teilnehmern verbucht wurde. Die Tage waren lang, arbeitsintensiv und ergiebig. Alle Teilnehmer schrieben mit vollem Einsatz Kritiken und Kommentare. Berufsanfänger und Studenten, die in Erwägung ziehen, den Masterstudiengang Architekturvermittlung zu belegen, oder später im beruflichen Leben zu schreiben, können sich freuen, wenn ein solcher Workshop noch einmal angeboten wird. Neue Erkenntnisse über das Berufsfeld und neue Fertigkeiten in Bezug auf die Schreibkunst helfen, sich dem Beruf anzunähern. Die BTU und ihre Studierenden haben durch ihre Gastfreundlichkeit zusätzlich für eine gute Atmosphäre gesorgt. Eine schöne, runde Sache.“

„Samstag. Ich sitze im Zug Richtung Heimat. Ich schaue mir eine Architekturzeitschrift an. Einen Artikel, der mich interessiert, lese ich. Und ich bemerke weitere Erfolge des intensiven Workshops der vergangenen Woche. Die einzelnen Wörter, die Satzbildung, nehme ich deutlicher wahr. Der Text liest sich anders als bisher. Intensiver.“
(Artikel erschienen in: BTU Profil News Nr. 23, April 2008, S. 27)

 
  Lesen Sie die vollständigen Berichte weiterer Teilnehmerinnen der Frühjahrsschule:
Claudia Wrumnig, TU Graz
Eveline Bader, HCU Hamburg
Carolin Groß, TU Karlsruhe
Kerstin Kuhnekath auf www.koelnarchitektur.de
 
  Hier können Sie das Plakat und den Flyer (Vorderseite und Rückseite) zur Frühjahrsschule herunterladen.
   
 
 
Eindrücke von der Arbeit an der BTU (Fotos: Andreas Schwotzer)
 
 
Die Exkursion nach Berlin (Fotos: Katharina Fleischmann)